Altenpflege

Kunstprojekt der Alltagsbetreuer

Zusammen mit der Evangelischen Stiftung Lichtenstern fand ein Kunstprojekt statt. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Sabine Kaiser leiteten die Schüler des 2. Ausbildungsjahres zum Alltagsbetreuer 2BFSPT2 junge Erwachsene mit einer geistigen Behinderung an, mit Stempeln, Schwämmen, Walzen und Farben Leparellos und Kunstkarten, zu gestalten. Alle waren von den Ergebnissen begeistert. Auch das Miteinander war für alle Teilnehmer ein großer Gewinn.

Karoline-Breitinger-Schule mit den Trägern der praktischen Ausbildung auf neuen Wegen unterwegs

Am Freitag, den 15. September 2017 wurden zwölf bosnische Schülerinnen und Schüler von den Klassenlehrerinnen Frau Schlenk-Lehmann, Frau Müller, vom Abteilungsleiter Altenpflege und stellvertretendem Schulleiter der Karoline-Breitinger-Schule Künzelsau Herrn Hagnauer, sowie den Vertretern der praktischen Ausbildung des Lindenhof Alten- und Pflegeheims (Mainhardt), des Senioren- und Pflegehauses Drendel (Zweiflingen Orendelsall) und des Azurit Seniorenzentrums Hohenlohe (Gerabronn) empfangen. Seit Jahren ist es in Deutschland üblich, dem Pflegenotstand mit Fachkräften aus dem Ausland entgegenzuwirken. So kam auch diese Kooperation zusammen mit einer bosnischen Jobvermittlung zustande. Nach einer herzlichen Begrüßung und einem ersten Kennenlernen, wurden die Schülerinnen und Schüler in zwei Klassen aufgeteilt und starten nun als zwei der ersten Klassen ihrer Art ins neue Ausbildungsjahr an der Karoline-Breitinger-Schule in Künzelsau.

Studienfahrt nach Grafeneck

Die Lehrer Frau Christine Tomerl und Herr Peter Naumann und die Klassen 3BFA 2/1, 3BFA2/2, FPGT und FPLT machten sich am 22. Mai 2017 von der Karoline-Breitinger-Schule Künzelsau aus auf den Weg in den Landkreis Reutlingen zur Gedenkstätte Grafeneck.

Dieser Ort wird von der Samariter Stiftung als Wohnort und Arbeitsplatz für behinderte Menschen und psychisch erkrankte Männer und Frauen genutzt. Einen ersten geschichtlichen Eindruck vermittelte Herr Naumann den Schülerinnen und Schülern während der Busfahrt. Hierbei wurde die Einführung der Euthanasie und der Entstehungsort erörtert.

Am Ziel angekommen wurde die Gruppe von den Historikern Herr Wild und Frau Constantin herzlich begrüßt. Gemeinsam liefen sie zum Schloss Grafeneck. Dort angekommen, wurden die Schülerinnen und Schüler in zwei Gruppen geteilt und hatten die Möglichkeit, mit den beiden Historikern die verschiedenen Begrifflichkeiten wie z. B. lebenswert, höherwertig/minderwertig, erläutert und in Bezug auf den Nationalsozialismus genauer zu klären. Die Historikerin Frau Constantin brachte der Gruppe die Zeit des 2. Weltkrieges und die damit verbundene Lebens- und Denkweise sehr anschaulich näher.

Anschließend besuchten die Klassen einige Stationen auf dem Gelände von Grafeneck, zu jeder Station gab es Informationen über den geschichtlichen Hintergrund, auch den alten Standort der ehemaligen Gaskammer besuchten sie, allerdings stehen an dieser Stelle nur noch ein paar Mahnsteine. Die ursprüngliche Scheune, in der sich die Kammer befand, wurde in den 60er Jahren abgerissen.

Am Ende des Rundganges kam die Gruppe an der eigentlichen Gedenkstätte an. Dort befindet sich ein Gedenk- und Namensbuch der 9 839 Menschen, deren Namen bekannt sind, die zwischen Januar und Dezember 1940 in der Gaskammer ermordet worden sind. Auch befinden sich dort eine Freiluftkapelle und ein Friedhof.

Angeregt durch den Besuch in Grafeneck wurde auf der Heimfahrt diskutiert.

Besuch der Ausstellung „Körperwelten“

Am 18.05.2017 besuchten die beiden Abschlussklassen der dreijährigen Berufsfachschule für Altenpflege (3BFA3) der Karoline-Breitinger-Schule in Künzelsau die Ausstellung „Körperwelten & Der Zyklus des Lebens“. Zusammen mit ihren Lehrerinnen Frau Müller und Frau Simon fuhren sie nach Stuttgart in die Hanns-Martin-Schleyer Halle.

Der Heidelberger Arzt und Plastinator Dr. Gunther von Hagens zeigt über 200 Präparate. Im Focus stehen der menschliche Körper und seine Veränderungen im Lauf der Zeit, von der Zeugung bis ins hohe Alter. Anhand dieser können einzelne Organfunktionen und häufige Erkrankungen dargestellt werden. Die Auszubildenden konnten durch diesen mehrdimensionalen Einblick ein sehr eindrückliches Bild über die physiologischen und pathologischen Abläufe im Körper erwerben und das in der Ausbildung gelernte Wissen weiter vertiefen.

Dabei sind alle in der Ausstellung gezeigte Präparate echt. Sie stammen von Menschen, die zu Lebzeiten darüber verfügt haben, dass ihr Körper nach ihrem Ableben für alle Interessierte zur Verfügung stehen soll.

Besuch der Pflegemesse in Nürnberg

Alle Auszubildenden der zweiten Ausbildungsstufe der dreijährigen Berufsfachschule für Altenpflege (3BFA2) besuchten am Dienstag, den 24.04.2017 die Altenpflegemesse in Nürnberg. Diese Messe ist eine der größten Altepflegemessen in ganz Deutschland und findet alle zwei Jahre statt. Sie vermittelt den Auszubildenden einen umfassenden Einblick in das riesige Angebot an pflegerischen Hilfsmitteln und  Reha-Produkten sowie seniorengerechten Einrichtungs-systemen und technischen Neuerungen.

Die Auszubildenden können z. B. am eigenen Leib erfahren, wie es sich anfühlt, mittels eines modernen Patientenlifters aus dem Bett in einen Pflegerollstuhl mobilisiert zu werden. Modernste pflegerelevante Haushaltstechnologien zur Sicherung der Alltagshygiene, der Nahrungszubereitung und Medikamentenverabreichung können von den Auszubildenden bestaunt und ausprobiert werden. Einen wichtigen Aspekt stellt aktuell die PC-gestützte Führung von Dokumentationssystemen dar. Hier hatten die Auszubildenden genügend Möglichkeiten für eine umfassende Einführung und Beratung. Zudem hatten sie Gelegenheit, an Fachvorträgen zu aktuellen Pflegethemen wie z. B. Pflegenotstand, Sicherung der Pflegequalität, Umgang mit Homosexualität im Alter etc. teilzunehmen. Die Veranstaltung wurde von den Pflegefachlehrerinnen Aloisia Jauch und Bettina Müller organisiert. Die Auszubildenden erhielten im Vorfeld einen Arbeitsauftrag zu verschiedenen Themenfeldern der Altenpflege und werden ihre Ausarbeitungen in den folgenden Unterrichtseinheiten vorstellen und diskutieren.

Besuch des „Workshop Validation“ im Rahmen der Abschiedstour von Naomi Feil

Alle Schülerinnen und Schüler der ersten Klassen der dreijährigen Berufsfachschule für Altenpflege  besuchten den Seminartag der amerikanischen Gerontologin Naomi Feil in Stuttgart. Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse und hat am 24. März 2017 den Hegel-Saal der Liederhalle gefüllt. Fachlehrerin Sabine Kaiser organisierte für die Schülerinnen und Schüler der 3BFA1 die Teilnahme. Begleitet von den Fachlehrerinnen Christina Simon und Gitta Walz konnten die Schülerinnen „aus erster Hand“ die Grundlagen der Validation von der beeindruckenden 85-jährigen Begründerin dieser Technik in lebendigen Vorträgen, alltagsnahen Rollenspielen und kleinen Filmsequenzen nachvollziehen.

Unter der Bezeichnung Validation hat Naomi Feil eine neue Form des verstehenden Umgangs mit alten, dementen Menschen entwickelt. Als Basis gilt eine wertschätzende und die Lebenswelt des dementen Menschen akzeptierende Grundhaltung. Ein alter, verwirrter Mensch reagiert oft nicht nach logischer Vernunft, sondern nach seinen Gefühlen. Mit Hilfe von non-verbalen und verbalen Validationstechniken werden Gefühle und Bedürfnisse, die auch hinter sogenanntem „herausforderndem Verhalten“ stehen, verstanden und im Umgang berücksichtigt.

Seminar „Sterben – Tod – Trauer“

Im Rahmen des Seminars „Sterben, Tod und Trauer“ besuchten Schüler der Berufsfachschule Altenpflegehilfe – 1BFAHT gemeinsam mit den Fachlehrerinnen Aloisia Jauch und Ruth Gatzke, am 4. Februar 2017 das „Bestattungsinstitut Dorn“ in Öhringen. Die Leiterin des Bestattungsinstitutes, Frau Feuchter, informierte die Schülerinnen und Schüler zu Beginn über die vielfältigen Aufgaben eines Bestatters. Die Schüler konnten Fragen stellen, die durch Frau Feuchter sehr einfühlsam beantwortet wurden.

Beispielsweise „Welche Kleidung darf man Verstorbenen anziehen?“, „Welche Formen der Bestattung gibt es?“ etc. Weiterhin haben die Schüler Informationen zur Erinnerungskultur, z. B. über Schmuckstücke, erhalten. „Dass die Aufgaben eines Bestatters so vielseitig sind, habe ich mir bisher nicht vorstellen können“, so die anerkennende Aussage einer Schülerin.

Im Anschluss daran durfte die Klasse gemeinsam einen Sarg gestalten. Durch Bilder, kurze Texte oder Liedzeilen, wollten sie die Fülle eines Lebens sichtbar machen. Der Ausflug diente den angehenden Altenpflegehelfern als gute Vorbereitung auf das anschließende, einwöchige Seminar zum Thema „Sterben“. Dieses werden sie im Februar im „Haus der Musik und Begegnung“ in Rot am See-Brettheim absolvieren.

Gelungener Start

img_0164_freigestelltUm den neuen Schülerinnen und Schülern der Abteilung Pflege der Karoline-Breitinger- Schule den Einstieg zu erleichtern, haben sich die Lehrerinnen und Lehrer etwas Besonderes ausgedacht. Anstelle des regulären Unterrichts an zwei Tagen der Woche findet der Unterricht als zweiwöchiger Block statt. Das Kennenlernen und der Einstieg in den theoretischen und handlungsorientierten Unterricht fällt dadurch leichter.

Nach der Begrüßung durch die Schulleitung und die Klassenlehrerinnen Christa Breitschwert, Ruth Gatzke und Gitta Walz war der Einführungstag Mitte September vom ersten Kennenlernen und von organisatorischen Themen geprägt. Am zweiten Schultag begann der reguläre Unterricht durch die Fachlehrer. Auch ihre eigene Gesundheit sollen die Auszubildenden von Beginn im Blick behalten, daher war eine Unterrichtseinheit dem Thema rückengerechtes Arbeiten gewidmet. Nicole Dillman vom Sanitätshaus Siegel, Crailsheim erläuterte wesentlich Aspekte und anschließend führten die Auszubildenden selbst hilfreiche kinästhetische Übungen durch.

Die  Schülerinnen und Schüler bewerteten erlebnispädagogische Kooperationsübungen unter der Leitung des Präventionsteams des Gesundheitsamtes Künzelsau durchweg positiv. Magdalena Kosowski: „Die Aufgaben waren zwar zum Teil anstrengend, haben aber viel Spaß gemacht“. Die Übungen unterstrichen die Wichtigkeit der Teamarbeit und unterstützten das Zusammenwachsen der neu gebildeten Klassen der Berufsfachschule für Altenpflegehilfe und der 3-jährigen Berufsfachschule für Altenpflege auf spielerische Art.

Altenpflegeauszubildende der Karoline-Breitinger-Schule Künzelsau wandeln in Wackershofen auf den Spuren ihrer Bewohner

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33 Altenpflegeauszubildende im ersten Ausbildungsjahr (3BFA1 und 1BFAHT) der Karoline-Breitinger-Schule Künzelsau besuchten am 1. Juli 2016 gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Frau Breitschwerdt und Frau Müller das Freilandmuseum in Wackershofen. Dort hatten sie Gelegenheit, das Wohn- und Alltagsleben ihrer Bewohner im letzten Jahrhundert nachzuerleben und zu erforschen. Die Führer Frau Kühnle und Herr Schneider erläuterten zum Thema „Erinnerung an Früher“ auf eindrückliche Weise die nicht immer einfachen und oftmals auch schwierigen sanitären Lebensbedingungen und die damit verbundene niedrigere Lebenserwartung und schlechte Gesundheitsversorgung der Menschen.

Viele Gebrauchsgegenstände erhielten nicht nur einen Namen, sondern konnten auch im Gebrauch ausprobiert werden. Für einige der Auszubildenden war der Besuch der Erste dieser Art und das Eintauchen in diese schon längst vergessene Welt weckte viel Staunen aber auch Hochachtung vor den Leistungen und der Kreativität der vorangegangenen Generationen.

Viele Erlebnisse, die die Bewohner so gerne erzählen und weitergeben, waren plötzlich viel besser nachvollziehbar und weckten die Neugier noch mehr aus dem Leben ihrer Bewohner in den Altenpflegeeinrichtungen zu erfahren.

Sturzprävention erhöht die Lebensqualität im Alter

Sturz09_06_2016 0020Am 9. Juni fand in der Klasse der Zweijährigen Berufsfachschule Sozialpflege in Teilzeitform Schwerpunkt: Alltagsbetreuung (2BFSPT) eine Veranstaltung zum Thema Sturzprävention statt. Der Referent Herr Aunitz von der AOK zeigte den angehenden Alltagsbetreuerinnen/Alltagsbetreuer, wie man durch gezielte Übungen Stürze vermeiden kann und somit die Lebensqualität alter Menschen deutlich steigert. Für die ganze Klasse war es ein interessanter und „bewegter“ Tag!

Besuch auf der PflegePlus-Fachmesse 2016 im Internationalen Congresscenter Stuttgart

Pflege 3Am Dienstag, 26.04.2016, fuhren 53 Schüler/-innen aus drei Klassen der Ausbildungsjahre 2 und 3 der Abteilung Pflege der Karoline-Breitinger-Schule gemeinsam mit ihren Fachlehrerinnen Bettina Müller, Christina Simon und Gitta Walz zur Pflegefachmesse nach Stuttgart. Bewährtes und Neues aus dem Berufsalltag konnte angeschaut, angefasst und zum Teil selbst ausprobiert werden.

Eveline Nieft, eine Schülerin der Abschlussklasse: „Für mich neu waren beispielsweise die Verständniskärtchen (der Alzheimer Gesellschaft BW) für pflegende Angehörige von Demenzpatienten, um in der Öffentlichkeit schwierige Situationen, ohne Worte leichter erklären zu können. Bei der Beratung von Angehörigen werde ich diese Information gerne weitergeben.“

Darüber hinaus hatten die Schüler/-innen die Möglichkeit zu ihrem eigenen weiteren Berufsweg Informationen zu sammeln. Unterschiedliche Einrichtungen stellten sich und ihr Profil vor. Weiterbildungsinstitute informierten und erläuterten verschiedene Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Bei der gemeinsamen Rückfahrt war einstimmig zu hören, dass es in vielerlei Hinsicht ein gelungener Tag war – denn neben dem berufsbezogenen Wissenszuwachs hatten die Schüler/-innen und Lehrerinnen an diesem Tag viel Spaß  und auch Gelegenheit zur Entspannung.

 

 

Informationsaustausch im Bereich Alltagsbetreuer/-in

Anleitertreffen_10.3.Am 10.03.2016 trafen sich die Praxisanleiter/Praxisanleiterinnen der zukünftigen Alltagsbetreuer, Alltagsbetreuerinnen zum Informationsaustausch.

Nach dem theoretischen Teil überraschten die Auszubildenden unter dem Motto “Wir begrüßen den Frühling” mit einer reich gedeckten Kaffeetafel. Es wurde gemeinsam gesungen, gegessen und es gab Zeit für gute Gespräche.

Ausstellung Pflege und Kunst

Kunstprojekt „PFLEGE und KUNST“ an der Karoline-Breitinger-Schule in Künzelsau im Schuljahr 2014/15

Gotthard Wirth, Erster Landesbeamter des Hohenlohekreises hat am Mittwochnachmittag (28.10.15) die Ausstellung „Pflege und Kunst“ eröffnet. Wirth zeigte sich beeindruckt von der Kreativität der Künstler: „Die heutige Ausstellung macht uns die tägliche Arbeit, die eine Pflegekraft leistet, nochmals bewusst. Daher kann man die vielfältige Arbeit dieser Fachkräfte nicht genug würdigen“. Die Werke zeigen die Vielschichtigkeit und die hohen Anforderungen des Pflegeberufes auf und stellen positive wie negative Auswirkungen im Bereich Pflege dar. Volker Stephan, Schulleiter der Karoline-Breitinger-Schule Künzelsau, dankte den Auszubildenden und Lehrern für ihr Engagement und freute sich über die gelungene Ausstellung. Die Pflegelehrerinnen der Karoline-Breitinger-Schule Künzelsau, Bettina Müller und Renate Schallwig, stellten das von ihnen betreute Kunstprojekt vor. Im Anschluss führten die Künstler und ehemaligen Auszubildenden Petra Lokau, Yvonne Sanwald und Dorothee Fleckenstein, durch die Ausstellung und erklärten den Besuchern die einzelnen Werke. Gleichzeitig verwöhnten Schülerinnen und Schüler der zweijährigen Berufsfachschule Ernährung und Gesundheit mit dem Profil: Hauswirtschaft und Ernährung, die Besucher mit selbsthergestellten Kanapees.

Die Auszubildenden der Dreijährigen Berufsfachschule für Altenpflege beschäftigten sich im Schuljahr 2014/15 im Lernbereich „Unterstützung alter Menschen bei der Lebensgestaltung“ intensiv mit der Fördernden Prozesspflege der renommierten Professorin für Pflegewissenschaften Monika Krohwinkel.

Die Klassenlehrerin Frau Renate Schallwig organisierte die Teilnahme an einem Seminar der Firma „GODO Systems GmbH, Software GO ON“ im Bürgerhaus Backnang mit Frau Professor Krohwinkel und so konnte die gesamte Klasse am 24. und 25. November 2014 an diesem pflegerischen Event teilhaben und das Konzept der fördernde Prozesspflege als konzeptuelles und handlungsorientiertes System direkt aus dem Mund der Initiatorin erfahren.

Das ABEDL-Strukturenmodell von Frau Professor Krohwinkel ist formal das meist verbreitete Modell in der Altenhilfe im deutschsprachigen Europaraum. Es bildet die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Ressourcen des Menschen ab und dient als Erfassungs- und Datenzuordnungsinstrument mit dem der individuelle Pflegebedarf erkannt und benannt werden kann. Krohwinkel definiert 13 ABEDLs (Aktivitäten, Beziehungen und existentielle Erfahrungen), die miteinander in Beziehung stehen, aber keine hierarchische Struktur aufweisen. Mit dieser Einteilung wird die Dokumentation des Pflegeprozesses ermöglicht, beispielsweise die strukturierte Erstellung einer Pflegeanamnese oder einer Pflegeplanung ermöglicht.

Ziel ist es, die größtmögliche Unabhängigkeit des zu pflegenden bzw. zu begleitenden Menschen zu erreichen. Dies geschieht durch:

  • Handeln für den pflegebedürftigen Menschen
  • Leiten und Führen
  • Sorge und fördernde Umgebung
  • Unterstützung des pflegebedürftigen Menschen
  • Anleitung, Beratung, Einbeziehung und Förderung des pflegebedürftigen Menschen
  • Eine oder mehrere Bezugspersonen

Im Fachbereich Aktivierung und Rehabilitation verinnerlichten die Auszubildenden zusammen mit ihrer Fachlehrerin Bettina Müller nochmals intensiv das ABEDL Strukturenmodell. Hier wurde die Idee für das Projekt PFLEGE und KUNST geboren. Gute Pflege ist im wahrsten Sinne eine sehr hohe Kunst mit einem großen Qualitätsanspruch, aber nicht immer einfachen Rahmenbedingungen für alle Beteiligten.

Im Aktivierungsunterricht beschäftigten sich die Auszubildenden mit verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten im hand- und kunst-handwerklichen Bereich, dem Einsatz verschiedener Werkmaterialien und der Farbenlehre sowie der Entwicklung von Kreativität und Kunstverständnis in Bezug auf die Arbeit mit Senioren. Dabei galt es, die von Monika Krohwinkel entwickelten ABEDLs in Kunstobjekte auf verschiedengroße Leinwände umzusetzen. Jede/r Auszubildende/r befasste sich intensiv mit einem ABEDL zum Bsp.: „Sich bewegen und dabei mit existentiellen Erfahrungen umgehen können“ oder „Schlafen, ruhen und entspannen und dabei fördernde Erfahrungen machen können“ und beleuchtete dessen Inhalt hinsichtlich Sinn und Zweck, aber auch der Problematik und Schwierigkeiten im Pflegealltag sowie in Bezug auf die Wünsche und Bedürfnisse der zu betreuenden Menschen.

Im Rahmen dieses Projektes konnte Frau Müller die Kunsttherapeutin Frau Franziska Wolfer aus Michelbach an der Bilz als Beraterin gewinnen. Frau Wolfer hat sich intensiv mit der therapeutischen Anwendung von „Kunst in Bezug auf Malen und Gestalten mit Senioren und Menschen mit Demenz“ beschäftigt.

Zunächst wurde für jede Arbeit ein Konzept entwickelt, welches dem Klassenplenum, der Kunsttherapeutin und der Fachlehrerin vorgestellt wurde. Dabei gab es viele Ergänzungen zu den jeweiligen Themen und es entstanden unzählige Diskussionen über viele von den Auszubildenden   selbst gemachten Erfahrungen in ihrem pflegerischen Alltag und den vielen Hürden, die ihnen täglich begegnen. Diese müssen durch ein professionelles, kompetentes und verantwortliches pflegerisches Handeln zum Wohle der anvertrauten Menschen angewendet und umgesetzt werden, was im hektischen Pflegealltag nicht immer leicht ist und viele Pflegekräfte täglich neu herausfordert.

All diese Gedanken und Gespräche führten schließlich dazu, dass es den Auszubildenden nach anfänglichen Schwierigkeiten gar nicht mehr so schwer fiel, ihre Ideen zu den einzelnen Lebensaktivitäten in Form von Kunst auf ihre Leinwände zu plazieren und mit verschiedenen Werk- und Gestaltungstechniken zu unterstreichen.

Das Resultat war dann auch sehr vielschichtig und eindrücklich. Insgesamt zog sich das Projekt durch das gesamte erste Schulhalbjahr. Obwohl in diesem Jahr die Abschlussprüfungen bevorstanden, ließen sich die Auszubildenden mit großem Engagement auf dieses Projekt ein. Nach Abschluss erhielt jeder Auszubildende die Aufgabe sein „Werk“ vor der Klasse zu präsentieren. In Absprache mit den Auszubildenden wurden die Arbeiten wie eine Klassenarbeit bewertet. Aufgrund des guten Klassenklimas und der tollen Motivation für dieses Projekt gelang es, die Auszubildenden in eine gemeinsame Bewertung einzubeziehen. Die Auszubildenden erhielten durchweg ein positives Feedback der Mitschüler und waren sichtlich stolz auf das Geleistete.

Einige der Auszubildenden, die sich im Vorfeld nicht vorstellen konnten, selbst ein „Kunstwerk“ zu erschaffen und sich keinerlei Kreativität zutrauten, konnten durch dieses Projekt erleben, dass in jedem Menschen ungeahnte Fähigkeiten schlummern. Manchmal bedarf es eben eines kleinen Anstoßes um diese ans Tageslicht zu bringen.

Die entstandenen Objekte sollten anschließend im Flur des Pflegebereichs der Schule in der Mainzer Straße ausgestellt werden. Aufgrund von Brandschutzbestimmungen wurde diese Absicht zunächst verschoben und es entstand die Idee die Arbeiten der Auszubildenden im Rahmen einer Ausstellung im Foyer des Landratsamtes einem breiteren Publikum zur Verfügung zu stellen. Unser Ziel ist es, dadurch einen kleinen Einblick in die Vielschichtigkeit und die hohen Anforderungen, die sich in der Berufswelt von Pflegekräften und Betroffenen tagtäglich stellen zu gewähren und aufzuzeigen, welch große Herausforderungen wir Alle in der Zukunft zu bewältigen haben.

Die Ausstellung ist vom 29. Oktober bis 20. November 2015 im Foyer des Landratsamtes zu besichtigen.